Musik berührt die Seele,
auch die der Allerkleinsten
Besonders die menschliche Stimme kann eine Brücke zwischen Eltern und Frühgeborenen schaffen.
Musiktherapie in der Neonatologie
Wie sieht bei uns die Musiktherapie aus
Die Musiktherapie wird auf unserer neonatologischen Intensivstation von einer besonders auf die Bedürfnisse frühgeborener Kinder und ihrer Eltern spezialisierten Therapeutin 2-3x pro Woche angeboten. Da die Frühgeborenen sehr empfindlich sind, wird keine laute, sondern live improvisierte, auf das Kind individuell abgestimmte Musik angewandt. Dabei werden z.B. einfache Tonfolgen wiederholt gesummt oder im Wiegenliedstil gesungen, um dem Kind ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln. Individuell wird das Kind berührt und die Intervention auf dem Atemrhythmus des Kindes aufgebaut und auf feinste Reaktionen wie Bewegung und Mimik der Frühgeborenen geachtet und reagiert. Die Improvisation wird entsprechend adaptiert, um die Beteiligten zu synchronisieren. Bei sehr unruhigen Kindern wird mit musikalischen Parametern bewusst entgegengewirkt, um diese in ihrem Beruhigungsprozess zu unterstützen.
Als Begleitinstrument der Stimme, z.B. im Rahmen des Känguruhens, wird oftmals ein Monochord eingesetzt, welches speziell von einem Instrumentenbauer angefertigt wurde. Eltern werden auch beim Singen und Summen begleitet und bekommen durch die Einbeziehung in die Musiktherapie die Möglichkeit sich einzubringen. Sie erhalten bei Bedarf einen Raum, ihren Gefühlen in dieser extremen Krisensituation eine Ausdrucksmöglichkeit zu geben und gehört zu werden. Durch Gespräche mit der Therapeutin besteht die Möglichkeit, die für sie wichtigen Themen zu reflektieren und zu verbalisieren.
Wie hilft Musiktherapie bei der Entwicklung von Frühgeborenen
Frühgeborene haben noch ein unreifes Nervensystem, eine unausgereifte Sinnesverarbeitung und häufig Schwierigkeiten, Reize zu regulieren. Musiktherapie setzt hier gezielt an, um Entwicklung, körperliche Stabilität sowie die Bindung zwischen Eltern und Kind zu unterstützen und zu begleiten.
Musiktherapie fördert die körperliche Regulation: sanfte, rhythmische auf das Kind angepasste Klänge, können Herz- und Atemfrequenzen signifikant beruhigen.
Studien zeigen, dass sich die Sauerstoffsättigung im Blut während und nach der Musiktherapiesitzungen verbessern kann.
Musik kann helfen, Stresshormone zu vermindern und Entspannung zu fördern. Zudem aktivieren die Klänge die neuronalen Vernetzungen über die akustischen Reize.
Fazit
Die Gruppe der Allerkleinsten ist aufgrund ihrer ganzheitlichen Unreife sehr vulnerabel und aus unterschiedlichen Gründen einem erheblichen Stress auf den Intensivstationen ausgesetzt. Deshalb ist eine individuelle, auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Musiktherapie gerade für sie besonders wertvoll, um sie bestmöglich in ihrer Entwicklung zu unterstützen und ihre Resilienz zu fördern, um mögliche Langzeitfolgen zu reduzieren bzw. präventiv zu vermeiden. Dies ist durch jahrelange Forschung nachgewiesen und u.a. durch die Deutsche Musiktherapeutische Gesellschaft (DMtG) publiziert:
Aktuelles und Medien
Wegweiser
Akustik, Stimme & Musik
auf der Neonatologie
Das Ziel: Überstimulation stets vermeiden – immer individuelle Bedürfnisse beachten – live Elternstimmen bevorzugen!
Gratis-Informationsmaterial:
Film aus der ARD-Mediathek
Forschung 2026

„Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.“
Victor Hugo
Wie wird die Musiktherapie finanziert?
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Musiktherapie im SPZ
Musik erreicht Kinder oft dort, wo Worte noch fehlen.
Musiktherapie eröffnet Kindern und Jugendlichen vielfältige Möglichkeiten, sich auszudrücken, Beziehungen zu gestalten und ihre Entwicklung zu fördern. Durch Singen, Musizieren, Bewegung und musikalische Interaktion werden Kommunikation, Sprache, Aufmerksamkeit, soziale Kompetenzen und emotionale Entwicklung unterstützt. Besonders bei schweren Entwicklungs- und Sprachstörungen, Autismus oder genetischen Syndromen kann Musiktherapie wichtige Grundlagen für weitere therapeutische Fortschritte schaffen.
